dgk10-2007-S2

Auf ein Wort

Lothar1Viel zu viele Krebspatienten müssen leider immer noch sterben, weil sie zu wenig über Krebs wissen.Es wird immer noch angenommen, dass ein Tumorbösartig und entartet ist und deshalb möglichst bald operiert bzw. mit Giftstoffen und Bestrahlungen zerstör twerden muss - und dann ist man wieder gesund. Und wenn über kurz oder lang Metastasen auftreten ,dann heißt es eben, dass der Tumor leider schon „gestreut“ hat, obwohl man doch die derzeit besten und wissenschaftlichsten Methoden angewandt hätte,nämlich Chemotherapien, Bestrahlungen, Antikörper und Hormonblocker.

Doch wie erfahren eigentlich Krebspatienten davon, welche erfolgreichen und nicht patentierbare Krebstherapien es in anderen Ländern gibt? Stimmt es denn wirklich, dass es nur 5 Krebstherapien gibt? Warum werden in anderen Ländern an Tausenden von Universitäten Krebstherapien angewandt, welche die meisten Professoren an deutschen Universitäten noch nicht einmal kennen? Und ist die Annahme, dass Krebspatienten etwas Entartetes in ihrem Körperhaben, im 21. Jahrhundert wirklich noch aktuell? Sicherlich nicht, denn wir haben heute Elektronenmikroskope und Nanotechnologien und wissen viel mehr über Krebs als vor 50 Jahren, als man begann, das Dogma der bösen Tumorzellen an Universitäten zu lehren. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse des 21. Jahrhunderts zeigen eindeutig, dass Krebszellen bei weitem nicht so „entartet“ sind wie man bisher angenommen hat, sondern angepasste und regulierende Zellen. Deshalb stimmt auch die Annahme, dass Tumorzellen möglichst schnell mit Giftstoffen oder Bestrahlungen getötet werden müssen, nicht mehr. Krebszellen sind äusserst anpassungsfähige bzw. intelligente Zellen und gehören genauso zu einem Körper wie jede andere Zelle. Während orthodox denkende Mediziner sich immer noch die Frage stellen, warum das Immunsystem eines Krebspatienten keine Krebszellen tötet, wenden modern denkende Wissenschaftler das Wissen um die intelligenten Krebszellen schon seit mehreren Jahren in ihrer Praxis an.

Die ursprüngliche Annahme, dass man Krebszellen einfach töten kann, muss man sowieso nach 50 Jahren Chemotherapie und Bestrahlung leider ad acta legen, wie die neuesten Statistiken zeigen. So wissen wir heute, dass Frauen mit metastasierendem Brustkrebs von 1978 – 1985 länger gelebt haben als von1995 – 2002. (Deutsches Ärzteblatt, Jg. 102, Heft 40,7. Oktober 2005) Die einen sagen jetzt, und dies obwohl immer bessere Chemotherapien zum Einsatzkommen und die anderen sagen, dass vor allem der vermehrte Einsatz von Chemotherapien und Bestrahlungen der Grund wäre für die absolut katastrophalen Statistiken. Wer immer in diesem Gelehrtenstreit Recht hat, Tatsache ist, dass nach 30 Jahren Krebsforschung sich die Überlebenszeiten zumindest für die meisten Krebsarten in den letzten Jahrzehnten nicht nur nichtverbessert, sondern teilweise sogar verschlechtert haben.

Während andere Fakultäten der Medizin oder die Technologie im Allgemeinen (denken Sie nur einmal an die Computer- und Autoindustrie) jedes Jahr enorme Fortschritte machen, geht es in der Onkologie keinen Millimeter vorwärts. Würden alle Bereiche unseres Lebens so geringe Fortschritte machenwie die Onkologie, dann hätten wir heute keine Computer, Airbags oder Organtransplantationen. Die Gründe warum es in der Onkologie nicht vorwärtsgeht sind inzwischen fast jedem bekannt. Dies nützt dem einzelnen Krebskranken in seiner Situation jedoch im Jahre 2007 sehr wenig und Änderungen sind weder in Berlin, noch in Washington oder Sydney zu erwarten. Das neue Wissen über Krebszellen wird inzwischen weltweit mehr und mehr umgesetzt und einständig wachsender Prozentsatz von Krebspatienten weiss schon heute, dass Tumore Symptome sind und man noch lange nicht gesund ist, nur weil Tumorezerstört werden. Einerseits geben diese neuen Erkenntnisse vielen Patienten Mut, andererseits erfordern diese jedoch immer mehr die Eigeninitiative. Oftmals wissen Patienten überhaupt nicht was sie selbst tun können oder tun sollten, um zu gesunden oder gesund zu bleiben. Meistens fehlt es ganz einfach an unabhängigen Informationen über konventionelle und nicht-konvenionelle Therapien. Diese Informationslücken wird das DGK zukünftig schliessen und Krebspatienten, Ärzte, Heilpraktiker und weitere Interessierte darüber aufklären, welche erfolgreichen Krebstherapien es weltweit gibt und vor allem, was ein Krebspatient selbst tun kann, um aus seiner Krebserkrankung die notwendigen Schlüsse zu ziehen.

Carpe diem

Lothar Hirneise

Leiter des DGK